Stadtkirche Neustadt
AN(GE)DACHT
 

Vor ein paar Wochen hatte ich ein Déjà-vu. Wörtlich übersetzt heißt es „schon gesehen“. Psychologisch beschreibt es ein Gefühl: Diese Situation habe ich doch schon einmal erlebt. Ausgelöst wurde es im Landeskirchenamt in Kiel.
Dort gab es ein informelles Gespräch verschiedener kirchlicher Gruppen. Ganz gegen meine Gewohnheit war ich als erster vor Ort. „Gehen Sie gerne schon einmal in den vorbereiteten Raum“, sagte eine freundliche Mitarbeiterin.
Über den Flur betrat ich einen Konferenzraum. Und mir wurde dabei ganz blümerant. Hier war ich doch schon einmal. Es liegt über 30 Jahre zurück. Damals hatten wir ein Examen-Marathon hinter uns. Nach den letzten mündlichen Prüfungen wurden wir in solch einen Raum gerufen.
An der einen Seite stand die Prüfungskommission. An die anderen Wände drückten sich alle Kandidaten. „Zwei von Ihnen haben es leider nicht geschafft.“ Man hätte mir auch eine Augenbinde umlegen können, so fühlte ich mich zumindest.
Die Namen wurden genannt. Beide „Schüsse“ gingen an mir vorbei. Die Kollegen taten mir Leid. Hätte auch mich treffen können. Ich bin kein Mensch für solche Prüfungssituationen. Mein Defizit steht mir deutlicher vor Augen als alles Gelernte.
Ich denke mir, wenn Gott mich einmal prüfen sollte, wie würde ich da abschneiden? Gar nicht gut, so viel steht fest.
Was ich bräuchte, wäre ein fester Halt, der auch in unruhiger Zeit Bestand hat. Solche soliden Festmacher wie man sie auf unserem Titelblatt sehen kann. Solide Tampen, solider Poller.
Und dann lese ich in der Bibel eine wunderbare Zusage: „Gott wird euch fest erhalten bis ans Ende.“ ( 1. Korinther 1,8)
Wie bin ich dankbar, dass ich mich nicht auf eine Prüfungssituation einstellen muss. Die hätte ich sofort verloren. Ich darf mich auf Gnade einstellen. Jesus Christus hat den Weg zur Gnade eröffnet.
Jeder Mensch ist dazu eingeladen, sich von Jesus beim himmlischen Vater vertreten zu lassen. Besser geht nicht.

Gesegnete Tage wünscht Ihnen  im Namen aller Mitarbeiter
Pastor Jens Rathjen

 


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