Stadtkirche Neustadt
Liebe Gemeinde,

es geht in den letzten Wochen viel um das Thema Perspektiven“. Welche Pläne gibt es für eine Rückkehr aus dem Lockdown, der seit Ende des letzten Jahres in Deutschland herrscht? Wie kann das Leben in unserem Land Stück für Stück wieder hochgefahren werden? Fragen, die in diesen Zeiten die Politik und die Menschen in unserem Land beschäftigen.

Auch ich wünsche mir eine Perspektive für die nächsten Monate. Ich bin es Leid, meine Planungen ständig über den Haufen zu werfen und andauernd zu improvisieren, denn dies kostet mich jede Menge Kraft und Nerven. Nicht zu wissen, womit in der nächsten Zeit zu rechnen ist, erzeugt in mir ein Gefühl der Hilflosigkeit. Immer, wenn dieses Gefühl in mir überhand nimmt, greife ich zu meiner Bibel und finde dort Trost, denn dort lese ich von Menschen, die ähnlich herausfordernden Situationen gegenüberstanden.

Eine solche Geschichte finden wir im achten Kapitel des Lukasevangeliums. Dort können wir lesen, dass Jesus mit seinen Jüngern auf einem Boot an das andere Ufer eines Sees unterwegs ist. Zu Beginn läuft alles ganz „normal“, doch plötzlich ändert sich die Situation dramatisch: Ein heftiger Sturm kommt auf und das Boot droht unterzugehen. Sie sind in ernsthafter Gefahr. Voller Angst wenden sich die Jünger an Jesus: „Meister, Meister, wir kommen um!“ Kurz darauf dürfen die Jünger einen Eindruck seiner göttlichen Macht als Schöpfer bekommen, wie Jesus selbst über Wind und Wellen Herr ist.

Auch wir befinden uns zur Zeit in einem unkontrollierbaren „Sturm“ und das macht uns Sorge. Doch haben wir, als Christen, Grund dazu? Hatten die Jünger Grund zur Angst? Es kommt auf die Perspektive an! Wenn wir auf die „Wellen“ und den „Wind“ schauen, ja, dann müssen wir Angst haben. Schauen wir aber auf Jesus, dann brauchen wir keine Angst zu haben! Seine Größe und seine Macht möchte ich mir immer wieder neu ins Bewusstsein rufen, denn Jesus Christus steht über jedem „Sturm“. Kein „Sturm“ kann sich verselbstständigen.

Ich suchte den Herrn, und er antwortete mir; und aus allen meinen Beängsti-
gungen errettete er mich. Sie blickten auf ihn und wurden erheitert, und ihre Angesichter wurden nicht beschämt. Dieser Elende rief, und der Herr hörte, und aus allen seinen Bedrängnissen rettete er ihn.
                                                                                             aus der Bibel Psalm 34,5-7


Ihr Gemeindepädagoge
Simon Keil


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