Stadtkirche Neustadt
Liebe Leserinnen und Leser!
 
Er wusste es. Er spürte es. In seinem engeren Umfeld muss es eine undichte Stelle geben. Irgendwer reicht vertrauliche Informationen weiter. Der Pastor ging alle Personen in seinem Freundes- und Bekanntenkreis durch. Er konnte es sich nicht vorstellen. Dabei bildete er sich etwas auf seine Menschenkenntnis ein.
 
Es dauerte bis zum Mauerfall und zur Einsicht in seine dicke Stasi-Akte. Es war einer seiner engsten Freunde. Immer dicht bei ihm. Die neuesten DDR-Witze tauschten sie miteinander aus. Lachten zusammen. Und nun: Enttäuschtes Vertrauen. Vertrauensbruch. Er brauchte mehr als10 Jahre, um so etwas wie Vergebung formulieren zu können.
 
Als Wessi fällt es mir nicht leicht, mich angemessen in die alte Zeit im Osten einzufühlen oder gar ein Urteil darüber zu fällen. Gehört sich auch nicht. Wohl mein ganzes Leben habe ich Lenin umgedreht und gesagt: „Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser.“
 
Vertrauen ist ein Grundprinzip. Vertrauen macht das Leben reich. Vertrauensvoll in das Gesicht eines Freundes schauen. Volles Vertrauen entgegengebracht bekommen.
 

Jesus sagte einmal: „Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Himmelreich hineinkommen.“ Matthäus 18, 3
 
Wenn ich etwas gelernt habe von meinen Kindern und mittlerweile Enkelkindern, dann dieses große Vertrauen. Papa, Opa macht das schon. „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder ...“ und dann wurde Gott selber ein Kind. Hat sich als Kind den Menschen ausgesetzt. Schutzlos und hilfsbedürftig.
 
Er wurde erwachsen. Vertraute Menschen, von denen er wusste, sie werden ihn enttäuschen. Aber etliche bekamen die Kurve und erlebten das Vertrauen in Jesus als größtes Geschenk ihres Lebens.
 
ER wird sicherlich nicht immer so „funktionieren“ wie wir es gerne hätten. Aber eines wird er letztlich nie: Unser Vertrauen enttäuschen!
 

Gesegnete Tage wünscht Ihnen
im Namen aller Mitarbeitenden
 
Ihr Pastor
         Jens Rathjen


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