Stadtkirche Neustadt
Liebe Gemeinde,

als die Apostel nach Jesu Himmelfahrt beisammen sind, an dem Tag, der heute unser Pfingstfest ist, kam plötzlich ein Brausen vom Himmel. Wie ein gewaltiger Sturm, der das ganze Haus erfüllt. Ihnen erschienen Zungen, zerteilt wie von Feuer und sie setzten sich auf jeden von ihnen.

Alle wurden erfüllt vom Heiligen Geist und fingen an, in anderen Sprachen zu predigen - durch den Heiligen Geist. Jesus hatte es vor seiner Himmelfahrt bereits angekündigt: „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein bis an das Ende der Erde.“

So gehen die Apostel in die Welt. Ausgestattet mit dem Heiligen Geist und mit verschiedenen Sprachen und den richtigen Worten, um den Menschen das Evangelium von Jesus Christus zu verkündigen.

Diese Geistgabe muss eine Wohltat für sie gewesen sein. Denn es wäre schwer für sie gewesen, ihrem Auftrag nachzukommen, ohne dass sie sich hätten verständigen können. Sprache ist ein wichtiger Teil unserer Kommunikation. Sie hilft uns, uns auszudrücken.

Ich persönlich interpretiere in dieses Pfingstereignis noch mehr hinein. Ich glaube, dass die Apostel nicht nur andere Sprachen sprechen konnten. Sie haben den Geist empfangen. Das heißt für mich, sie haben eine Gabe empfangen, im Sinne Jesu zu reden und zu handeln. Das meint nicht nur predigen, sondern auch aufmerksam sein für mein Gegenüber. Erspüren, was gerade dran ist, wie die frohe Botschaft in die Herzen der Menschen sprechen kann. Und das kann auch durch Kommunikation ohne Worte passieren. Durch freundliche Blicke, nette Gesten oder schlichtes Ansehen und Wahrnehmen.

In diesem Jahr feiert unsere Stadt Neustadt das 30. Europäische Folklore Festival, 50 Jahre Europastadt und das 775-jährige Stadtjubiläum. Eine Woche lang wird buntes Treiben in der Stadt herrschen und mehr als 400 Gäste aus aller Welt werden in Neustädter Familien wohnen und Gastfreundlichkeit genießen.
Ich vermute, dass nicht jede Gastfamilie die Landessprache ihrer Gäste versteht und nicht jeder Gast unsere Sprache spricht. Aber das ist auch nicht wichtig.

Auch ohne Worte ist Verständigung und vielleicht sogar ein noch viel intensiveres Kennenlernen möglich. Dadurch, dass Fremde an den Familientisch geholt werden; dadurch, dass wir Gebräuche der Gäste kennenlernen; dadurch, dass wir uns begegnen.
Ich wünsche uns, dass wir Gottes Geist spüren, wenn wir zusammenkommen. Dass er uns Verständigung ermöglicht, damit wir im Sinne des Evangeliums Mitmenschlichkeit leben und nach Frieden suchen können. „Suche Frieden und jage ihm nach“ heißt es in der Jahreslosung.
Dazu helfe uns Gott.

Es grüßt herzlich Ihre
 
Pastorin Sarah Lotzkat


 


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